Das vorliegende barrierefreie Wohnbauprojekt mit etwa 60 Wohneinheiten im innerstädtischen Raum, zugeschnitten auf die Bedürfnisse älterer Menschen, wurde 2014 in Stahlbetonbauweise fertiggestellt. Bereits kurze Zeit nach Fertigstellung machten sich im Sockelbereich der Fassade, zwischenzeitlich bis auf eine Höhe von etwa 30cm ab Oberkante Gelände- bzw. Pflasterbelag, umlaufend (etwa 160m) Farb- und Putzablösungen bemerkbar. Erste Sanierungsversuche mit Erneuerung der Fassade im Sockelbereich brachten keine Abhilfe.

Bereits nach der ersten Inaugenscheinnahme vor-Ort konnten wir der Bauherrschaft die Schadensursache, als auch eine Möglichkeit aufzeigen, den Schaden wirtschaftlich, mit vergleichsweise geringem Aufwand dauerhaft zu beheben. Nachfolgend ein Auszug aus dem Sanierungskonzept:

„Als Ursache für die Feuchteerscheinungen sind die nachfolgend aufgeführten Punkte, mit absteigender Gewichtung zu nennen:

1. Die Anordnung der Abdichtungsebenen

– Bitumendickbeschichtung auf der Betonaußenwand
– Bitumenschweißbahn auf dem Wärmedämmverbundsystem

sind in verkehrter Reihenfolge angebracht. Die Bitumenschweißbahn müsste unter Einwirkung hoher Temperaturen auf der Betonaußenwand verschweißt und die Bitumendickbeschichtung folgerichtig auf dem Wärmedämmverbundsystem aufgebracht werden.

2. Das die Fassade herablaufende Niederschlagswasser gelangt über die fehlerhafte Abschlussschiene hinter die Bitumenschweißbahn und zieht in den Fassadenputz ein.

3. Die Abdichtungsebene (Bitumenschweißbahn) endet etwa 10cm unterhalb Gelände-Oberkante, wodurch Niederschlags- und Spritzwasser in den Fassadenputz einzieht.

4. Durch die Keilförmig einbetonierten Betonrabattensteine zwischen Kiesstreifen und Erdreich wird das Niederschlagswasser gezielt in Richtung Fassade geleitet, wo dieses aufstaut und die Bitumenschweißbahn hinterläuft.

5. Es wurde kein wasserabweisender Fassadenputz verwendet, wodurch Niederschlags- und Spritzwasser in den Fassadenputz einzieht.“