Bei dem vorliegenden Schadensfall, treten die Feuchteerscheinungen im Übergangsbereich Wand/Decke einer Tiefgaragenschleuse in Form von Verfärbungen (gelb/braun) von Heraklithplatten (Innendämmung), im Türbereich zwischen Treppenhaus der Wohneinheiten und der sog. TG-Schleuse (Niederschlagsseite), auf. Das 2008 in Stahlbetonbauweise errichtete Gebäude befindet sich in starker Hanglage. Die TG-Schleuse befindet sich umfassend im Erdreich. Die Feuchteerscheinungen sind bereits seit mehreren Jahren sichtbar. Zur Beseitigung wurden bereits vor einigen Jahren Injektionsarbeiten durchgeführt, die nicht den gewünschten Erfolg erzielt haben. Der Umfang der Injektionsarbeiten war nicht bekannt, weshalb im ersten Schritt die Heraklithplatten entfernt wurden.

Die Rückstände der durchgeführten Injektionsarbeiten waren deutlich sichtbar. Es war erkennbar, dass versucht wurde die Arbeitsfuge Außenwand TG-Schleuse/ Decke über TG-Schleuse, mittels Injektion abdichtend zu schließen. Die Wände waren stark von austretendem Injektionsmaterial „verunreinigt“. Etwa 15cm rechts von der Türe waren im Arbeitsfugenbereich, über dem Reparaturmaterial, neben leichten Dunkelverfärbungen (Rückstände von Feuchtigkeit) Rostflecken erkennbar, welche in Kombination mit eintretender Feuchtigkeit und dem korrodierenden Bewehrungsstahl entstehen. Der Feuchtigkeitseintritt fand somit nach Abschluss der Sanierungsmaßnahme statt und ist weiter beständig. Augenscheinlich herrschte ein „wildes“ Bild der Sanierungsmaßnahme ohne gleichbleibendes Injektionsraster bzw.  Bohrsymmetrie.

Zur Simulierung von Starkregen bzw. stehendem Wasser und dem damit einhergehenden Feuchtigkeitseintritt im Türbereich, wurde der  Eingangsbereich (über der Schleuse) mittels Gartenschlauch bewässert. Im Schleusenbereich war unmittelbar ein starker Wassereintritt mit Tropfenbildung durch die Arbeitsfuge Außenwand TG-Schleuse/ Decke über TG-Schleuse, insbesondere im Bereich der beschriebenen Rostflecken, erkennbar.

Es ist davon auszugehen, dass das beschichtete Fugenblech/ Arbeitsfugenband der Arbeitsfuge Außenwand TG-Schleuse/ Decke über TG-Schleuse, fehlerhaft bzw. im Ausnahmefall nicht eingebaut ist. Das anfallende Niederschlagswasser der Tiefgarage als auch TG-Schleuse läuft somit an dem Eckbereich der Außenwand TG-Schleuse ab und tritt über die Arbeitsfuge Außenwand TG-Schleuse/ Decke über TG-Schleuse in den Bauteilinnenraum ein, wodurch die genannten Gelb-/ Braunverfärbungen der Herakhlitplatten entstehen. Die durchgeführten Injektionsarbeiten hätten, bei fachgerechter Ausführung, zum Abdichtungserfolg führen müssen.

Als Lösung wurde eine Einstufeninjektion mittels niedrigviskosem Polyurethanharz (PUR), im sog. Hochdruckverfahren, bis zu einem maximalen Injektionsdruck von 20bar, empfohlen. Die Anordnung der Bohrpacker müssen in einem Abstand von 12,5cm (Bauteilstärke/2) im 45°-Winkel, mit einer Tiefe von max. 20cm hergestellt werden, um die Arbeitsfuge mittig zu durchkreuzen. Unter Berücksichtigung weiterer detaillierter Vorgaben, werden die Fehlstellen geschlossen und die Feuchteerscheinungen gestoppt.