Sanierung von Feuchteerscheinungen einer Tiefgaragenschleuse
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Machbarkeitsstudie – Friedrich-List-Gymnasium Reutlingen
9. März 2018

Neubauprojekt Wandsbek 80 in Hamburg – Ausführungsplanung einer FBV-Abdichtung gegen LCKW-Angriff

Der Neubau des Gebäudes in Hamburg ist für gefördertes Wohnen, Studenten- und Seniorenwohnen geplant. Der Gebäudekomplex besteht aus 5 Baukörpern mit 3 bis 7 Obergeschossen. Die Gebäude sind durch ein Untergeschoss verbunden, welches als Tiefgarage genutzt und mit Lagerfläche für die Wohnnutzung der Obergeschosse versehen ist. Die Grundstücksfläche beträgt 4.000m². Das gesamte Untergeschoss ist als WU-Konstruktion gem. „DAfStb-WU-Richtlinie (2003)“, Beanspruchungsklasse 1, mit innenliegender Fugensicherung etc. geplant. Die höchste Nutzungsklasse ist gem. „DBV-Richtlinie hochwertige Nutzung von Untergeschossen (2009)“ als A* festgelegt. Der Gründungsplatte wird der Entwurfsgrundsatz c), den aufgehenden Außenwänden Entwurfsgrundsatz a) zugrunde gelegt.

Der Bemessungswasserstand im Endzustand liegt bei 8,50mNN, die Gründungsplattensohle bei 6,72mNN. Das Grundwasser ist auf Grund erhöhter Sulfatbelastung von 240mg/l in die Expositionsklasse XA1 einzuordnen. Das Baugrundstück liegt in der Grundwasserstromfahne eines LCKW-Schadens (Quelle ehemalige chemische Reinigung südöstlich des Baugrundstücks). Als Schutz vor dem chemischen LCKW-Angriff kommt eine Frischbetonverbundabdichtung zum Einsatz, dessen Eignung von uns untersucht wird, da für Durchlässigkeitsprüfungen gegenüber LCKW in Deutschland keine Prüfgrundsätze festgelegt sind. Die Durchlässigkeit gegenüber LCKW lässt sich, ähnlich wie bei Radon-Gasen, über den sd-Wert (wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke) definieren. Auf Grund der vielfach größeren Molmasse von LCKW gegenüber Radon, ist schlussfolgernd über eine Radon-Dichtigkeitsprüfung und einen hohen sd-Wert der Nachweis über die LCKW-Undurchlässigkeit erbracht.

Aufgrund einer unmittelbar an das Baugrundstück angrenzenden U-Bahn-Linie sind als weitere Besonderheit in Teilbereichen der aufgehenden Außenwände Schwingungsschutzmaßnahmen über spezielle Schwingungsentkopplungsmatten notwendig, welche kompatibel mit der Frischbetonverbundabdichtung sein müssen.