Treten bei Kellerräumen – auch bei Neubauten – Feuchteerscheinungen auf, ist die erste Vermutung grundsätzlich eine defekte Bauwerksabdichtung. Sogenannte Fachfirmen machen sich dies häufig ohne jegliche Notwendigkeit zu Nutzen, um über Injektionen „schnelles Geld“ zu verdienen.

Die Ursache liegt jedoch – insbesondere bei den meist sporadisch genutzten Kellerräumen – häufig lediglich an einem falschen bzw. nicht vorhandenen Lüftungsverhalten. Nachfolgend stellen wir Ihnen für die Sommer- und Winterzeit eine Anleitung vor, was zu beachten ist, um Feuchteerscheinungen oder gar Schimmelbildung zu vermeiden:

Sommer

Keller sind zu jeder Jahreszeit die kühlsten Räume des Hauses. Da die warme Außenluft nicht bis ins Erdreich vordringt, erwärmen sich auch die Außenwände des Kellers nicht, oder nur sehr langsam. Das sollten Sie beim Lüften des Kellers im Sommer stets im Hinterkopf haben. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Lüften Sie nur dann, wenn der Feuchtegehalt der Außenluft nicht höher ist, als die Luftfeuchte des Kellerraumes. Im Sommer eignen sich in der Regel die frühen Morgenstunden. Überprüfen Sie das mittels zweier Hygrometer.
  • Um einen schnellen und umfangreichen Luftaustausch zu erreichen, öffnen Sie die Kellerfenster so weit wie möglich. Am effektivsten lüften Sie, wenn Sie zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen. Dadurch entsteht ein Durchzug, der bewirkt, dass die Innenluft rascher nach außen gezogen wird, während die Außenluft schneller eindringen kann.
  • Lassen Sie im Sommer die Fenster etwa 20 Minuten geöffnet und schließen Sie sie nach dem Lüften wieder vollständig.
  • Bei hohen Außentemperaturen ist ein einmaliges Lüften am Tag ausreichend. In der Übergangszeit (Frühjahr und Herbst) und bei gemäßigten Sommertemperaturen darf das Untergeschoss zwei- bis dreimal gelüftet werden.
  • Wenn Sie in Ihrem Keller Arbeiten verrichten, wie Bügeln oder waschen, sollten Sie unmittelbar die überschüssige Raumluftfeuchte nach außen entweichen lassen. Allerdings ist dazu nur ein kurzes Stoßlüften von 5 bis 10 Minuten notwendig. Ist der Feuchtigkeitsgehalt der Außenluft jedoch trotzdem höher, entfällt das Lüften.

Winter

Insbesondere im Winter, wenn es häufig regnet oder schneit, wird das Untergeschoss gerne zum Wäscheaufhängen genutzt. Dann entsteht eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, die Sie nach außen ableiten sollten. Aber auch wenn Ihnen der Keller nur als Lagerraum dient, sollten Sie das Lüften nicht vergessen. Gehen Sie in der kalten Jahreszeit folgendermaßen vor:

  • Behandeln Sie das Untergeschoss in punkto Lüften nicht nebensächlich, denn schließlich ist das ganze Haus auf diesen Mauern aufgebaut, deren Bausubstanz Sie nicht unnötig gefährden sollten. Kontrollieren Sie regelmäßig die Luftfeuchte mit dem Hygrometer.
  • Wenn Sie eine erhöhte Raumfeuchte feststellen, sollten Sie unbedingt die Fenster öffnen.
  • Auch im Keller wird während der kalten Jahreszeit stoßgelüftet. Das heißt, Sie öffnen die Kellerfenster, soweit es möglich ist, und sorgen somit für einen raschen und umfangreichen Luftaustausch.
  • Wenn Sie die Kellerfenster zweier gegenüberliegender Kellerräume gleichzeitig öffnen, sorgen Sie für einen Durchzug. Die Raumluft wird dann, wie bei einem Sog nach draußen gezogen und die Außenluft strömt rasch ein. Querlüften geht schneller und ist besonders effektiv.
  • Nach 10 Minuten können Sie im Winter die Kellerfenster wieder schließen.
  • Wenn der Winter keine allzu starken Minusgrade aufweist, dürfen Sie im ungeheizten Untergeschoss die Fenster aber auch tagsüber in Kippstellung belassen. Dadurch findet ein regelmäßiger Luftaustausch statt, der einerseits die Bildung von Kondenswasser an der Kellerwand verhindert und Ihnen andererseits die Arbeit des mehrmaligen Lüftens erspart.
  • Falls Sie den Keller im Winter zum Aufhängen der Wäsche benutzen, ist die Kippstellung der Kellerfenster ein Muss.